Bundesliga, 5. Spieltag Vorschau
1. FC Köln
vs.
Borussia Mönchengladbach
RheinEnergieStadion, Köln
Das erste Rheinderby der Saison kommt für beide Klubs zu einem heiklen Zeitpunkt. Borussia Mönchengladbach steht nach vier Spieltagen ohne Punkt am Tabellenende und schickt mit Alexander Blessin zum ersten Mal einen neuen Trainer auf die Bank. Der 1. FC Köln hat vier Punkte gesammelt, die letzten drei Spiele aber nicht gewonnen. Am Sonntag um 15:30 Uhr geht es im RheinEnergieStadion deshalb um mehr als Prestige.
Die Ausgangslage
Köln ist mit einem 3:2 gegen Hoffenheim gut gestartet. Danach folgten ein 1:4 in Stuttgart, ein 1:1 gegen Bremen und ein 1:2 beim Hamburger SV. Bemerkenswert: Die Mannschaft von René Wagner hat in jedem Spiel getroffen, kassiert aber zu viele Gegentore. Wagner hatte das Team im Frühjahr 2026 von Lukas Kwasniok übernommen und durfte danach bleiben. Nach dem schwachen Saisonverlauf wird seine Lage in Köln aber kritischer beobachtet.
Gladbach erlebt den schlechtesten Saisonstart seit Langem: 0:3 in Leipzig, 3:4 gegen Elversberg, 0:5 in Freiburg und 3:4 gegen Mainz. Nach der Pleite in Freiburg musste Eugen Polanski gehen, gegen Mainz saß Jan-Moritz Lichte interimsweise auf der Bank. In der Länderspielpause hat der Klub Alexander Blessin verpflichtet, der zuvor zwei Jahre den FC St. Pauli trainiert hatte.
Statistiken
| KOE | Kennzahl | BMG |
|---|---|---|
| 4 | Punkte | 0 |
| 1 | Siege | 0 |
| 6 | Tore | 6 |
| 9 | Gegentore | 16 |
Die Zahlen zeigen das Kernproblem beider Teams. Offensiv liegen sie gleichauf, beide haben sechs Tore erzielt. Den Unterschied macht die Abwehr: Gladbach hat in vier Spielen 16 Gegentore kassiert, im Schnitt vier pro Partie.
Taktik & Analyse
Was Blessin ändern muss
Blessin hat in Genua, bei Union Saint-Gilloise und bei St. Pauli vor allem für kompakte, laufstarke Mannschaften gestanden, die aggressiv anlaufen und den Gegner früh unter Druck setzen. Für Gladbach heißt die erste Aufgabe trotzdem nicht Pressing, sondern Stabilität. Viel Zeit hatte der neue Trainer dafür nicht: In der Länderspielpause fehlten ihm mehrere Defensivspieler. Im Test beim FC St. Pauli reichte es zu einem 1:1.
Dazu kommt ein personeller Rückschlag: Franck Honorat hat sich im Training eine Muskelverletzung zugezogen und fällt für das Derby aus. Damit fehlt Gladbach einer der Spieler, die mit Tempo über außen für Entlastung sorgen können.
Wo Köln ansetzen kann
Köln trifft regelmäßig und spielt vor eigenem Publikum. Gegen eine verunsicherte Gladbacher Abwehr dürfte die Mannschaft früh versuchen, über Ballgewinne im Mittelfeld schnell vor das Tor zu kommen. Das Risiko liegt in der eigenen Defensive: Neun Gegentore in vier Spielen zeigen, dass auch Köln hinten nicht sattelfest ist.
Der Trainereffekt
Nach einem Trainerwechsel zeigen Mannschaften oft kurzfristig mehr Einsatz und Ordnung. Ein Derby verstärkt diesen Effekt: Die Motivation ist auf beiden Seiten ohnehin hoch, und für Gladbach bietet das Spiel die Chance, mit einem Ergebnis gegen den Rivalen einen Neustart zu setzen. Gleichzeitig hatte Blessin nur wenige Trainingstage mit dem kompletten Kader. Große taktische Umstellungen sind deshalb kaum zu erwarten.
Das Verdikt
Köln geht als leichter Favorit in das Derby: Heimvorteil, mehr Punkte und eine Offensive, die zuverlässig trifft. Gladbach bringt mit dem neuen Trainer Energie mit, aber eine Abwehr, die 16 Tore in vier Spielen zugelassen hat, wird nicht in zwei Wochen stabil. Unsere Prognose: ein torreiches Spiel mit einem knappen Kölner Heimsieg, 2:1.
Diese Prognose ist eine redaktionelle Einschätzung und keine Aufforderung zum Wetten.
