Zverev schlägt Halys und steht in Shanghai im Achtelfinale

Zverev schlägt Halys und steht in Shanghai im Achtelfinale

Alexander Zverev steht beim Masters in Shanghai im Achtelfinale. Der topgesetzte Deutsche schlug am Sonntag in der dritten Runde den Franzosen Quentin Halys mit 6:4, 6:7 (8:10), 6:3. Den zweiten Satz gab er im Tiebreak ab, obwohl er im gesamten Match keinen einzigen Breakball gegen sich hatte.

Zverev gegen Halys: Das Match in Zahlen

StatistikZverevHalys
Asse1913
Doppelfehler12
Erster Aufschlag im Feld81 von 98 (83 %)63 von 100 (63 %)
Punkte nach erstem Aufschlag63 von 81 (78 %)49 von 63 (78 %)
Punkte nach zweitem Aufschlag10 von 17 (59 %)20 von 37 (54 %)
Breakbälle genutzt2 von 90 von 0
Gewonnene Punkte gesamt10494

Die Zahlen erklären das Spiel: Zverev brachte über 80 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und ließ Halys bei eigenem Service nie in Reichweite eines Breaks kommen. Auf der anderen Seite erarbeitete er sich neun Breakchancen, nutzte aber nur zwei. Das hielt den Franzosen im Spiel.

So lief das Match

Erster Satz, 6:4: Ein Break reichte Zverev, um den Satz nach Hause zu bringen.

Zweiter Satz, 6:7: Beide brachten ihre Aufschlagspiele durch, Halys schlug stark auf. Im Tiebreak hatte der Franzose mit 10:8 das bessere Ende für sich und glich nach Sätzen aus.

Dritter Satz, 6:3: Zverev blieb ruhig, holte sich das entscheidende Break und servierte das Match sicher aus.

Für Zverev war es das vierte Duell mit Halys in diesem Jahr und der vierte Sieg. Schon bei den French Open nahm ihm Halys einen Satz ab, bei den US Open ging das Match über die volle Distanz.

Wann spielt Zverev wieder?

Im Achtelfinale trifft Zverev auf Alexander Bublik. Der Kasache setzte sich parallel gegen Brandon Nakashima mit 6:7 (7:9), 6:3, 7:6 (7:5) durch. Die genaue Ansetzung legt das Turnier jeweils am Vortag fest. Übertragen wird das Masters in Shanghai in Deutschland live bei Sky, im Stream bei WOW.

Laut Auslosung könnte danach im Viertelfinale ein Wiedersehen mit Flavio Cobolli warten, seinem Gegner aus dem French-Open-Finale. Im Halbfinale wären Ben Shelton oder Novak Djokovic mögliche Gegner, im Finale Carlos Alcaraz als Nummer zwei der Setzliste. Das Finale ist für Sonntag, den 18. Oktober, angesetzt.

Der Weg zur Nummer eins

Schon mit seinem Auftaktsieg gegen Yibing Wu (6:4, 7:6) am Freitag hat Zverev nach übereinstimmenden Berechnungen von Sky und Eurosport den Sprung an die Spitze der Weltrangliste in diesem Jahr sicher. Hintergrund: Jannik Sinner hat am 6. Oktober wegen anhaltender Knieprobleme seine Saison beendet und verliert in den kommenden Wochen viele Punkte aus dem Vorjahr.

Offiziell wird der Wechsel frühestens mit der Weltrangliste vom 2. November. Wann genau, hängt von Zverevs Abschneiden ab:

  • Gewinnt er Shanghai, reicht in Wien das Halbfinale.
  • Verliert er das Finale in Shanghai, muss er Wien gewinnen, um am 2. November die Nummer eins zu sein.
  • Scheidet er vor dem Finale aus, übernimmt er die Spitze während des Masters in Paris oder spätestens bei den ATP Finals in Turin.

Zverev wäre der erste Deutsche an der Spitze der Weltrangliste seit Boris Becker 1991.

Zverevs Asien-Swing im Überblick

TurnierRundeGegnerErgebnis
Peking1. RundeCameron Norrie7:6, 6:4
PekingAchtelfinaleShang Juncheng6:0, 6:3
PekingViertelfinaleNovak Djokovic6:4, 4:6, 4:6
Shanghai1. RundeFreilos–
Shanghai2. RundeYibing Wu6:4, 7:6
Shanghai3. RundeQuentin Halys6:4, 6:7, 6:3

Im Spiel gegen Wu gab es einen kurzen Schreckmoment: Beim Stand von 5:5 im zweiten Satz knickte Zverev mit dem linken Fuß leicht um, setzte sich kurz auf den Platz, spielte dann aber ohne erkennbare Probleme weiter. Gegen Halys war davon nichts zu sehen.

In Shanghai geht es für Zverev auch um seinen ersten Masters-Titel seit dem Triumph in Paris Ende 2024. In dieser Saison hat er bereits die French Open und die US Open gewonnen und in Wimbledon das Finale erreicht.

Das Verdikt

Kein glanzvoller, aber ein reifer Sieg. Null Breakbälle gegen sich in drei Sätzen zeigen, wie stabil Zverevs Aufschlag aktuell ist. Die Schwäche liegt auf der anderen Seite: Zwei von neun Breakchancen sind gegen stärkere Gegner zu wenig. Die Nummer eins ist ihm ohnehin nicht mehr zu nehmen. In Shanghai spielt Zverev deshalb vor allem für etwas anderes: den ersten Masters-Titel seit fast zwei Jahren.

Quellen: tennisnet, Sky Sport, Eurosport, ORF